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Der Kurier
Von Stefan Kerscher Um den Kurier ranken sich Mythen. Romantische Vorstellungen prägen oftmals das Bild seiner Arbeit. Um dies vorweg zu sagen: Dieser Mythos lebt und ist meist berechtigt. Er kann aber andererseits auch ein Grund sein, weshalb viele diesen Job beginnen, aber schon nach kurzer Zeit von der Wirklichkeit eingeholt werden. Das macht dem Gescheiterten so wie der Firma Rapid das Leben nicht leichter. Man sollte das "Unternehmen Kurier" nicht blauäugig beginnen": Zuallererst ist der Kurier auf selbständiger Basis mit all den daraus folgenden Implikationen tätig. Mancher unterschätzt die Anforderungen, die eine solche Arbeit erfordert. In diesem Falle kommen zu der Tatsache, dass der Selbständige den materiellen Wert seiner Arbeit direkt erfährt, einige erschwerende Rahmenbedingungen hinzu. Diese objektiven Erschwernisse können schnell auch auf die individuelle Arbeits-Moral rückwirken: Allgemein erfordert unternehmerische, mithin selbständige Tätigkeit einen gewissen notwendigen Aufwand. Dieser äußert sich in unumgänglicher bürokratischer Logistik und Eigenverantwortlichkeit. Der Kurier ist für Gewerbeanmeldung beim Kreisverwaltungsreferat, Abgaben (Steuern etc.) und materielle Ausrüstung zuständig. Diese umfasst ein verkehrstaugliches und -tüchtiges Fahrrad (respektive PKW bzw. LKW), die wetterschutztechnische Ausrüstung und stete telekommunikative Erreichbarkeit. Bei unvorhergesehenen Widrigkeiten (Platten, Unfall etc.) versucht zwar die Solidargemeinschaft "Rapid" so gut es möglich ist Abhilfe zu schaffen, damit das Kuriergut, das stets die höchste Priorität genießt, trotzdem schnellstmöglich ankommt, doch im Grossen und Ganzen ist der Kurier auf sich alleine gestellt. Bestenfalls hilft die umsichtige Fahrweise, dass es zu diesen Widrigkeiten gar nicht erst kommt. Zweitens bedenke man, dass der Kurier (insbesondere der sofort erkennbare Radkurier) die zeitgenössische und stets moderne Form des Sündenbocks im Stadtverkehr verkörpert und außerdem der Radfahrer ein allzu oft übersehen werdender Teilnehmer des Straßenverkehrs ist. Die schnell reagierende bzw. "mitdenkende" Fahrweise ist unbedingt notwendig, so wie die psychische Toleranzschwelle und muss hoch sein, da man als Radfahrer oftmals "der Schwächere" ist und häufig grundlos beleidigt bzw. schuldig gesprochen wird. Der Kurier (selbstverständlich auch der Autofahrer) muss somit auch notwendigerweise betont freundlich und kommunikativ, doch bestimmt auftreten. Er muss in gewisser Weise "über den Dingen stehen". Das ist nicht nur wichtig um das falsche Bild des ewigen "Rambos" endlich verblassen zu lassen, sondern wird auch von der zukunftsorientierten Berufsethik eines jeden Unternehmers gefordert. Denn jedes "unbotmäßige" Auftreten spürt die gesamte Gemeinschaft der "Rapidler" auf vielerlei Weise. Wer nach diesen Zeilen den Job noch immer oder gerade wegen ihnen den Job als Herausforderung betrachtet und sich zuverlässig und unegoistisch in die Gemeinschaft der Rapidkuriere einbringen will, dem sei versprochen, dass es wenige andere Jobs gibt, die dieses Maß an Freiheit und Befriedigung geben können. Der Mythos Kurier lebt. Für alle, die diese grundlegenden Dinge wissen und bereit sind sie zu respektieren! Der Kurier kann seine Einsatzzeiten selbst wählen und kann jederzeit Aufträge, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen, ablehnen. Jedoch ist ein gewisses Maß an Zuverlässigkeit und Konstanz, sowie das Bewusstsein, dass man für angenommene Aufträge die volle Verantwortung übernimmt unbedingt erforderlich. Wer Interesse an dem Job hat, der vereinbare bitte telefonisch mit der Rapid-Zentrale einen Vorstellungstermin. Dies gilt freilich für Radfahrer, sowie interessierte Autofahrer (089/45235360) Text als PDF zum Download und Ausdrucken |